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Wie ich zu meinem Hobby kam
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Ich heiße Mirko, bin Jahrgang '68 und wohne in
Berlin. Aufgewachsen bin ich im Ostberliner Stadtbezirk Treptow, an der
Grenze zu den im Westberlin gelegenen Bezirken Kreuzberg und Neukölln.
Später wohnte ich in Friedrichshain, Spandau und im Prenzlauer Berg. Damals hatte ich den verrückten Plan, einmal in jedem Bezirk zu wohnen. Jetzt bin ich nicht mehr so mobil- sprich immobil. Meine Immobilie steht ziemlich fest im Berliner Ortsteil Kaulsdorf und lässt sich nicht verrücken. Dort teile ich mir mit meinen "3 Mädels" den Raum und die Zeit.
Berlin war und ist für mich eine faszinierende Stadt mit vielen Geheimnissen.
Die wechselvolle Geschichte Berlins und vor allem die Zerstörungen
im 2.Weltkrieg und die Teilung haben die Stadt so geprägt, dass man
die Geschichte immer noch riechen kann. Mit einer Mischung aus
Neugier und Traurigkeit betrachte ich heute die ewige und rücksichtslose
Jagd einer etwas lädierten Stadt nach dem Titel Weltstadt. Manche Neubauten gelingen, aber viele sehen eher besch...eiden aus! Aber vielleicht ist es Diese Mischung, welche Berlin so interessant
macht.
Neugierig hatte mich- wie alle Kinder damals- die Berliner Mauer gemacht,
in deren unmittelbarer Nähe ich wohnte. Wenn ich aus dem Fenster
sah, konnte ich bunte Häuser, alte Kirchen, Ampeln und manchmal sogar
kleine Menschen auf ihren Balkons sehen. Nachts, wenn der Wind gut stand,
hörte ich das Quietschen einer Hochbahn, hatte den Duft einer nahen
Schokoladenfabrik in der Nase und leider manchmal auch die Mücken
des für mich unsichtbaren Landwehrkanals auf der Haut. Das Bewusstsein,
niemals rüber in den Westen, also auf die andere Seite der
Mauer zu dürfen, hatte damals meine Fantasie angeregt. Es wäre
damals einfacher für mich gewesen, mit Kosmonauten* ins All
zu fliegen, als 100m weiter westlich vom Hauseingang zu flanieren.
Angeheizt wurden diese Träume aber erst durch den großen weißen
Fleck im Ostberliner Stadtplan.
Dort, wo Westberlin sein musste, war alles ausradiert. Sprich- es fehlte
die Farbe. Denn alles, was mit dem so genannten Klassenfeind zu
tun hatte, sollte aus dem Bewusstsein der DDR-Bürger verschwinden.
Gerade mal die S-Bahn und ein paar grüne Flecken (vermutlich Parks)
waren eingezeichnet. Da ich aber neugierig war und unbedingt wissen wollte,
warum die alten, rostigen Straßenbahnschienen direkt in die Mauer
führten, wie sie dahinter weiterliefen und woher das nahe Tuten der
unsichtbaren Dampfer hinter unserem Haus kam, machte ich mich auf die
Suche nach einem kompletten Stadtplan. Meinen ersten vollständigen
Stadtplan fand ich dann im Ford Taunus meines West-Onkels, den ich fortan
hütete wie einen Schatz.
Diesem ersten, quadratischen Buchplan folgten weitere Pläne. So entstand
mein Hobby, welchem ich dieses Projekt widme. So befinden sich in meiner
Sammlung bis jetzt ca. 50 historische Pläne von Berlin, die ich nach
und nach einscannen und hier veröffentlichen
werde. Sie können mir helfen, meine Sammlung zu vergrößern.
Senden Sie mir dazu bitte eine
.
Falls Sie sich von Ihrem Plan nicht trennen können, aber trotzdem
das Projekt unterstützen wollen, schicken Sie mir bitte eingescanntes
Material.
* Kosmonauten = Ost / Astronauten = West
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